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Rundfahrt: Besetzung, Verfolgung und Widerstand im deutsch-belgisch-niederländischen Grenzland in zwei Weltkriegen

7. Mai 10:0018:00

Rundfahrt mit dem Bus.

Donnerstag 07.05.2026

Beginn: 10.00 Uhr am Grenzübergang „Köpfchen“ Eupener Straße 420, 52076 Aachen

Bitte gegen 9.45 Uhr da sein! ( Bus Linie 14 Aachen-Eupen, auch Gratisparkplätze reichlich vorhanden)

Ende: 18.00 Uhr, Grenzübergang „Köpfchen“

Anmeldung bitte bis 30. April an Bernd Krott Bernd.Krott@t-online.de oder telefonisch unter +49 (0) 173 9445995.

Es wird kein Teilnahmebeitrag erhoben, die Anmeldung ist jedoch verbindlich!

Programm:

Köpfchen ist „Grenze seit Menschengedenken“. Bei unserem Rundgang geht es zunächst um das Leben und Leiden der hiesigen Grenzbevölkerung im Lauf der Jahrhunderte, die Flucht in der NS-Zeit und um den Schmuggel. Auch der Höckerlinie des Westwalls werden wir einen Besuch abstatten.

Gegen 11.30 Uhr fahren wir mit dem Bus zum Vierländereck. Hier werden wir uns vor allem mit dem Schicksal von Netty Drooghaag beschäftigen. Sie organisierte von hier aus Fluchthilfe für französische Kriegsgefangene, wurde denunziert und in das KZ Ravensbrück deportiert.

Anschließend legen wir hier am höchsten Punkt der (Festlands-)Niederlande eine Mittagspause ein, die jeder Mensch nach seinen Wünschen gestalten kann: Butterbrote, Imbissmöglichkeit.

Nach der Rast geht es weiter zum Kalvarienberg am Mariengnadenort in Moresnet, wo zu dieser Zeit häufig schon die Rhododendren in voller Blütenpracht stehen.

Zahlreiche Fluchtgeschichten aus der Nazi-Zeit ranken sich um die seit etwa 160 Jahren wöchentlich stattfindende Mittwochsprozession von St. Jakob in Aachen zum Kloster Moresnet.
Weniger bekannt ist das segensreiche Wirken von Pater Bentivolius, einem engagierten Antifaschisten, der hier im Krieg zahlreichen Menschen zum Überleben verhalf.

Weiter geht es zum Friedhof in Moresnet, wo wir uns mit deutschen Kriegsverbrechen in der Region im Ersten Weltkrieg beschäftigen.
Bereits in den ersten fünf Kriegstagen 1914 ermordeten deutsche Soldaten zwischen Aachen und dem östlichen Maas-Ufer mindestens 850 Zivilisten – Frauen, Kinder und Greise – und fackelten vorsätzlich 1300 Häuser ab. Wir sehen das von russischen Kriegsgefangenen unter unsäglichen Opfern gebaute Eisenbahnviadukt, die Gräber von auf der Flucht erschossenen russischen Kriegsgefangenen und das Grab von Hubert Schmetz, einem Bauern, der am 18. August 1914 von deutschen Soldaten füsiliert wurde. Der verantwortliche Offizier beschrieb diese und andere „Heldentaten“ in einem Bericht, dass schon wenige später in Buchform erschien und aus dem die entsprechenden Passagen zitiert werden.

Anschließend geht es nach Montzen, im 2. Weltkrieg direkt an der neugezogenen deutsch-belgischen Grenze gelegen, wo zahlreiche Menschen aktiv Fluchthilfe leisteten. Daran erinnern zahlreiche Gedenkorte, so an den Bürgermeister Gustav Demouilin, der in Sachsenhausen ermordet wurde und an Vikar Jean Arnolds, der im Zuchthaus Brandenburg mit dem Fallbeil hingerichtet wurde.

Es folgt ein Besuch auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Henry-Chapelle, wo wir uns mit dem Kriegsgeschehen und der Befreiung der Region 1944/45 beschäftigen.

Zum Abschluss besuchen wird noch das ehemalige Bahnhofsgelände in Herbesthal, wo die Geschichte sozusagen auf der Straße liegt. Am Holocaust-Gedenktag 2019 haben wir ein Denkmal enthüllt, das an die hier im Frühjahr 1939 über die Grenze gekommenen Kindertransporte erinnert.

Nach der Besichtigung geht es zurück nach Köpfchen, wo wir gegen 18.00 Uhr wieder eintreffen.
Bei schönem Wetter können wir uns auf der Terrasse es „Manneken Fritt“ noch über das Tagesgeschehen austauschen.

Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Veranstalter:innen:
Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoa aus Aachen e.V., Initiativgruppe Pogromnachtgedenken, Naturfreunde Deutschlands OG Aachen in Zusammenarbeit mit der VHS Aachen

Details

Veranstaltungsort

  • Ostbelgien