
Einladung zu einem Symposium über die historische Bedeutung der Villa Buth, über ihre Bedrohung durch einen möglichen Abriss und ihre Zukunft als Gedenk- und Lernort ein.
Die Villa Buth in Jülich-Kirchberg wurde 1893 als Wohnhaus für den Papierfabrikanten Carl Eichhorn errichtet. Während der nationalsozialistischen Herrschaft diente sie von März 1941 bis Juli 1942 als sogenanntes „jüdisches Sammellager“. Über 100 jüdische Menschen aus der Region wurden dort interniert, bevor sie deportiert wurden. Das Gebäude überstand den Zweiten Weltkrieg und wurde bis 2011 als Wohnhaus genutzt. Seine historische Bausubstanz ist bis heute weitgehend erhalten und steht unter Denkmalschutz.
Der Arbeitskreis Villa Buth setzt sich dafür ein, das Gebäude zu bewahren und am historischen Ort eine Gedenk- und Bildungsstätte zu schaffen. Doch der Eigentümer hat den Abriss beantragt. Der Abrissantrag liegt seit März dieses Jahres dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen zur Entscheidung vor.
Die Villa Buth ist ein in Nordrhein-Westfalen einzigartiger Erinnerungsort der regionalen Verfolgungsgeschichte. Ihre historische Bausubstanz macht die Geschichte der Shoah unmittelbar am Ort des Geschehens erfahrbar. Mit dem Abriss wäre dieses Zeugnis unwiederbringlich verloren.
Im Rahmen des Symposiums möchten wir die Geschichte und Bedeutung der Villa Buth beleuchten und gemeinsam diskutieren, welche Verantwortung Politik, Gesellschaft und Denkmalpflege für den Erhalt solcher Orte tragen.
Themen des Symposiums
Programm
18:00 Uhr – Einlass
18:30 Uhr – Begrüßung durch Anno August Jagdfeld, Unternehmer aus Jülich-Kirchberg
18:35 Uhr – Einführung und Moderation: Prof. Dr. Frank Pohle, Honorarprofessor am historischen Institut der RWTH Aachen University
18:40 Uhr – Vortrag von Prof. Dr. Elke Seefried, Lehrstuhl für Neuzeit (19.-21. Jh.) mit ihren Wissens- und Technikkulturen am Historischen Institut der RWTH Aachen University: Nationalsozialismus in der Region Aachen–Jülich und die Bedeutung regionaler Erinnerungskultur für die historisch-politische Bildung
19:00 Uhr – Vortrag von Timo Ohrndorf, Geschichtslehrer und Autor: Geschichte und Bedeutung der Villa Buth
19:20 Uhr – Martina Blümling berichtet über ihre Familiengeschichte: Ihre Mutter und Großmutter waren in der Villa Buth interniert.
19:35 Uhr – Podiumsdiskussion zum Thema „Warum das NRW-Bauministerium den Abriss der Villa Buth verhindern muss“, moderiert von Prof. Dr. Frank Pohle, mit:
20:25 Uhr – Schlusswort von Jürgen Beckers, Geschichtslehrer und Kabarettist: „Ist ‚Nie wieder‘ Ermessenssache?“
20:35 Uhr – Ende der Veranstaltung
Veranstaltungsort:
Parkhotel Quellenhof Aachen
Raum Lissabon
Monheimsallee 52
52062 Aachen
Datum: Donnerstag, 12. November 2026
Einlass: 18:00 Uhr
Bitte teilen Sie uns bis zum 06.11.2026 per E-Mail an arbeitskreis@villa-buth.de mit, ob Sie teilnehmen werden.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen engagierten Austausch darüber, wie die Villa Buth als authentischer Ort der Erinnerung und Bildung erhalten werden kann – und welche Verantwortung Politik, Verwaltung, Denkmalpflege und Gesellschaft dafür tragen.