
In der Moderne mussten die Kriegsfürsten immer darauf bedacht sein, ihre Expansionspolitik der eigenen Bevölkerung als humanitäre oder defensive Notwendigkeit schmackhaft zu machen. Bis heute hat sich daran nichts geändert: ‚Sadam Hussein verfügt über ein ganzes Arsenal von Massenvernichtungswaffen‘. ‚Die serbische Soldateska schickt sich an, einen Genozid an der albanischen Mehrheit im Kosovo zu begehen‘. ‚Die Sicherheit der westlichen Welt steht auf dem Spiel‘. Anne Morelli hat Die Prinzipien der Kriegspropaganda aufdecken können, die offensichtlich so etwas wie die zehn Gebote der Kriegsfürsten für die ‚Heimatfront‘ darstellen. Sie werden mit historischen Beispielen aus den Kriegen der letzten einhundert Jahre belegt – und zwar mit Beispielen von beiden Seiten der jeweiligen Konflikte. Allen offiziellen Verlautbarungen, so das Fazit Anne Morellis, muss im Konfliktfall mit systematischem Zweifel begegnet werden. Denn ihre Wahrheit kann erst geprüft werden, wenn es zu spät ist – nach dem Krieg.
Anne Morelli
ist Professorin an der Université libre in Brüssel. Sie veröffentlichte unter anderem »Les grands mythes de l’histoire de Belgique« (Die großen Mythen der belgischen Geschichte) (1995) und »Lettre ouverte à la secte des adversaires des sectes« (Offener Brief an die Sekte der Sektengegner) (1997). Im Verlag Klampen veröffentlichte sie »Die Prinzipien der Kriegspropaganda« (2004, 2014).
Eine Kooperation von IKOB – Museum für Zeitgenössische Kunst und attac dg.